Die künftige Versorgungsaufgabe ist nicht prognostizierbar – planbar ist sie trotzdem. Wie Multiszenarien-Analysen robuste Ausbaupfade sichtbar machen.
Ein Szenario ist eine Annahme, kein Plan
Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur, dezentrale Erzeugung und Speicher entwickeln sich regional sehr unterschiedlich. Wer die Zielnetzplanung auf eine einzige Hochrechnung stützt, plant damit gegen eine Zukunft, die so mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eintritt. Die Frage ist deshalb nicht, welches Szenario das richtige ist, sondern welche Maßnahmen über viele plausible Entwicklungen hinweg sinnvoll bleiben.
Multiszenarien-Analysen drehen die Perspektive um: Statt eines Ausbaupfads entsteht ein Bündel von Pfaden, das über Zeitschritte und Versorgungsaufgaben hinweg gerechnet wird. Sichtbar wird dabei vor allem, welche Netzabschnitte in nahezu jedem Szenario an ihre Grenzen kommen – und welche Maßnahmen nur in einzelnen Randfällen nötig wären.
Für die Investitionsentscheidung ist genau diese Unterscheidung entscheidend: robuste Maßnahmen werden vorgezogen, szenariospezifische Maßnahmen werden als Option vorgehalten und erst bei entsprechenden Signalen ausgelöst.